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Curtatone Borgo di Grazie
Den Beinamen Borgo di Grazie ("Ort der Gnade") trägt Curtatone deshalb, weil es hier eine Wallfahrtskirche gibt.
Sie wurde ab 1037 urkundlich erwähnt und trug ab 1037 den Namen Santa Maria delle Grazie. Die heutige Pilgerstätte befindet sich dort, wo früher die mittelalterliche Kirche Santa Maria di Reverso stand. Der Ort Borgo di Grazie besteht aus der Wallfahrtskirche Beata Maria Vergine delle Grazie und den um den Vorplatz herum gruppierten Gebäuden. Den alten Ortskern bilden die nebeneinander liegenden Wohnhäuser in der Via Madonna della Neve.
Einige der Häuser gehörten Fischern, andere entstanden, als die Bogengänge an der rechten Seite des Platzes in Läden und Unterkünfte für Pilger umgewandelt wurden. Wenn man den Platz betritt, entdeckt man außerdem sofort ein Jugendstilgebäude, den Palazzo Sarto.
Die Wallfahrtskirche steht etwas oberhalb des schilfbewachsenen Ufers des Mincio. Während die Rückseite zum Fluss hin gelegen ist, ist die Fassade dem Ort zugewandt. Mit dem Bau des Heiligtums im Stil der lombardischen Gotik wurde 1399 begonnen, 1406 wurde es geweiht. Der Baumeister war Bartolino da Novara, der auch das Castello di San Giorgio in Mantua gestaltete. Wenn man sich, wie einst die meisten Pilger und die Gonzaga, der Kirche vom Fluss aus nähert, scheint sie mit ihren großzügigen, gerundeten Linien wie eine Vision über einem weiten Schilfmeer zu schweben.
Die Attraktion des Ortes sind heute die Lotusblumen, die auf dem Lago Superiore jedes Jahr im Juli und August zu voller Pracht erblühen. Eine Naturkundlerin aus Mantua hatte den Lotus 1921 aus dem Orient mitgebracht.
Früher stellten die Einwohner von Borgo di Grazie aus dem Schilfrohr Matten zur Isolierung der abgehängten Decken und Zwischenböden her, und das Riedgras diente zum Umwickeln von Flaschen und Flechten von Stühlen.