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Stradella
Die Ortschaft von Stradella in der Provinz Pavia ist vermutlich römischen Ursprungs und sie liegt auf dem Streckenverlauf der 'Via Postumia'. Etwas abgelegen oben auf einer Anhöhe befindet sich die Rocca von Montalino, die derzeit privat bewohnt wird. Sie besitzt unterschiedlich zugeschnittene und strukturierte Fenster und eine Loggia aus dem 16. Jahrhundert, die nach dem Bau einer Veranda geschlossen wurde. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entsteht die Basilika von S. Marcello in Montalino, ein wichtiges Bauwerk aus romanischer Zeit. Zum ausklingenden 13. Jahrhundert wurde der Ort zum Schauplatz von Zusammenstößen zwischen Piacenza und Pavia mit Plünderungen und Bränden. Aufgrund dessen ließ der Bischof Guido di Langosco im 14. Jahrhundert zu Verteidigungszwecken große Backsteinmauern bauen, die eine Meile lang waren. Innerhalb von diesen ließen die Visconti die sogenannte 'Rocca inferiore' bauen, die untere Burg, die später abgerissen wurde, um den Marktplatz zu öffnen, der heute 'Piazza Vittorio Veneto' heißt. Damit begann der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, zu denen ein hervorragender Wein und die im Ort gewebten und gefärbten Stoffe gehörten. Auf der Piazza, die von den bewaffneten Revolutionen verschont blieb, ragt noch immer das Symbol von Stradella, die sogenannte 'Torre civica' empor. Allein dieser Stadtturm bezeugt, dass der Ort einst befestigt war.
Ganz in der Nähe des Zinnenturms kann man außerdem den Gemeindesitz Palazzo Isimbardi aus dem 17. Jahrhundert und die Pfarrkirche aus der gleichen Zeit bewundern, die den Heiligen Nabore und Felice gewidmet ist. Von Interesse sind die Museen von Stradella: Das 'Museo della Fisarmonica', das den Namen Mariano Dallapè trägt. Er war es, der 1876 in Stradella seine erste Werkstatt für den Akkordeonbau eröffnete. Des Weiteren gibt es das 'Museo Naturalistico' mit seinen Abteilungen Botanik, Ökologie, Umwelt, aber vor allem Geologie und Paläontologie mit Fundstücken aus der Gegend.